Bali Kite

Bali – Baby – Bali

Nach Bali sind wir das erste Mal im September 2014 gereist. Das war unser letzter Urlaub ohne Baby. Damals sind wir mit zwei Freunden gereist, haben Kuala Lumpur, Java und schließlich Bali sowie Gili Trawangan erkundet. Wir waren nur etwas über eine Woche auf Bali und hatte eine sehr schöne Zeit dort, aber eine noch schönere Zeit auf Gili Trawangan.

Dennoch hatte ich einen sehr zwiespältigen Eindruck von der Insel und bin mit Bali nicht direkt warm geworden. Woran lag das? Nun, einerseits war ich nach unserem Trip durch Java sicherlich über die geballte Wucht des Tourismus auf Bali erst einmal schockiert. In diesem Ausmaß hatte ich das nicht erwartet! Nach der Ruhe und Entspanntheit auf Java, kam mir Bali einfach nur hektisch, überdreht, konsumwahnsinnig und künstlich vor. Andererseits hatte ich schon so viele Berichte von Freunden gehört, die wahnsinnig begeistert waren und Bali unglaublich toll fanden, dass meine Erwartungen natürlich extrem hoch waren. Insbesondere Ubud, von dem alle so geschwärmt hatten, war für mich das balinesische Equivalent zu Rüdesheim am Rhein. Grauselig!

Bali Beach

Trotzdem haben wir unsere Tage auf Bali, das Meer, das Essen und die Menschen natürlich sehr genossen. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen, so dass meine Erinnerungen an Bali letztendlich doch sehr positiv sind.

 

Bali 2014

Wir sind mit der Fähre von Banyuwangi / Java nach Bali übergesetzt. Unser erstes Ziel war das dekadente, schicke Seminyak. Dort hatten wir die wunderschöne Villa Anouk gemietet, wo wir den Geburtstag unseres Freundes, Carsten, gefeiert haben. Tagsüber haben wir die Tage am Meer verbracht, die Wellen und Surfer bewundert, waren in den unzähligen, schicken Läden in Seminyak shoppen, haben uns bei Bodyworks verwöhnen lassen und uns in der Fülle an großartigen Restaurants den Bauch vollgeschlagen. Abends standen dann die coolen Beach Clubs und Bars auf dem Programm.

Villa Anouk Bali
Villa Anouk
Seminyak Beach
Seminyak Beach

Für einen Tag haben wir uns mit dem Auto über die Insel fahren lassen, um Tempel und Reisterassen zu bewundern. Zuerst ging es zu dem prächtigen Pura Taman Ayun. Von dort aus sind wir zu den kunstvoll angelegten Reisterassen von Jatiluwih gefahren. Die Landschaft war so unglaublich satt und grün, fast unwirklich schön. Danach haben wir den im Wald liegenden, mystischen Pura Luhur Batukaru besucht. Ein ganz besonders schöner, friedlicher, mit Moos bewachsener Tempel, der etwas verwunschenes, geheimnisvolles an sich hat. Zum Abschluss unserer Tagestour ging es dann zum Pura Tanah Lot, wo uns wieder die volle Wucht des Tourismus vor Augen geführt wurde. Hier war es voll und überlaufen, ein Gerangel der Selfie-Sticks und überall gab es kitschige Souvenirs zu kaufen. Beeindruckend fand ich nur, dass sich die Balinesen von all dem Trubel so gar nicht aus der Ruhe bringen ließen.

Nach Seminyak waren wir für 2 Nächte in Ubud. Ehrlich gesagt haben wir, außer dem Affenwald, nicht wirklich viel von der Stadt gesehen. Das lag vor allen Dingen daran, dass wir im überteuerten, luxuriösen Maya Ubud übernachtet haben und für unser Geld so viel wie möglich von dem Hotel mitnehmen wollten: Yogastunden am Morgen, die traumhaft in den Hang gebauten Pools und den High Tea am Nachmittag.

Maya Ubud Hotel

Unsere letzte Station war dann Gili Trawangan, die als Partyinsel auch als Gili Tralala berühmt-berüchtigt ist. Wir sind mit dem Speed Boot in knapp 2 Stunden von Padang Bai nach Gili Tralala gefahren. Die Insel ist nicht groß. Man kann sie entspannt zu Fuß umrunden. Daher gibt es auch keine Autos oder Motorräder, sondern nur Pferdekutschen und Fahrräder. Also auch kein Gestank von Abgasen und Motorenlärm, nur die frische Luft und das Meer.

Gili Trawangan

Wir haben in der Villa Ombak übernachtet. Heiko und ich hatten ein sehr großes, etwas abgelebtes Zimmer im älteren Teil der Anlage. Die Zimmer im neuen Teil sind wesentlich moderner, dafür aber auch kleiner. Alle Zimmer sind mit einem offenen Bad ausgestattet. Süßwasser gibt es, um die Ressourcen der Insel zu schonen, nur aus einem Bottich, das heißt aus der Dusche und dem Wasserhahn kommt Salzwasser. Das war besonders beim Zähneputzen etwas ungewohnt, führte einem aber deutlich vor Augen in was für einem verschwenderischen Luxus wir in Deutschland leben, dass wir Trinkwasser direkt aus den Wasserhähne bekommen, darin duschen können und sogar unser Klo damit spülen.

Auf Gili Tralala stand für uns vor allen Dingen chillen und feiern auf dem Programm. Daher sahen unsere Tage so aus, dass wir tagsüber an den traumhaft weißen Stränden der Insel entlang geschlendert sind und immer mal wieder im Meer oder an einer einsamen Bar entspannt haben. Einen Tag haben wir eine Schnorcheltour zu den anderen Gilis unternommen, sind mit Schildkröten geschwommen und haben bunte Fische gefüttert. Abends haben wir in den Bars gefeiert und getanzt. Vor allen Dingen in der super entspannten Sama Sama Reggea Bar sind wir jede Nacht bei cooler Livemusik hängen geblieben.

Gili Trawangan war für uns ein wunderschönes, entspanntes Erlebnis und damit der perfekte Abschluss unserer Reise.

Ich bin auch froh, dass wir auf unserer letzten Reise ohne Baby noch mal so richtig Tralala erlebt haben und feiern konnten – denn jetzt ist alles anders. Jetzt haben wir jeden Tag so viel Tralala, dass wir abends meist total kaputt ins Bett fallen.

 

Bali 2016

Jetzt werden wir zum zweiten Mal nach Bali reisen. Diesmal mit unserem Baby, das schon fast kein Baby mehr ist. Doch warum haben wir uns überhaupt dazu entschieden noch einmal nach Bali zu fahren?

Fest stand, dass wir den letzten Monat meiner und den ersten Monat von Heikos Elternzeit zusammen verreisen wollten, um so noch einmal intensiv Zeit als Familie zu erleben und Tara gleichzeitig den Übergang von Mama zu Papa etwas leichter zu gestalten. Leider ist bei allen anderen Reisezielen, die uns zugesagt haben, zu dem Zeitpunkt gerade Regenzeit. So fiel die Entscheidung nach Bali zu reisen tatsächlich recht spontan und war auch ein bisschen Bauchgefühl aus den doch sehr schönen Erinnerungen unserer letzten Reise heraus. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich mein Blick auf die Insel verändern wird, nun da wir als Familie reisen und ich zu wissen glaube, was mich erwartet. Ich bin ebenso gespannt wie die Reise mit einem aktiven, krabbelnden, sich alles in den Mund steckenden Kleinkind wird.

Bestimmt wird es anstrengend. Bestimmt wird es aufregend. Bestimmt wird es sehr schön.

Gili Trawangan Swing

9 Gedanken zu „Bali – Baby – Bali

    1. Ja anstrengend ist es bisher durchaus. Wir sind nämlich schon unterwegs und seit ein paar Tagen jetzt auf Bali. Gleichzeitig ist es aber auch sehr schön zu sehen wie Tara das Wetter, das Meer und die neue Umgebung genießt und wie offen und herzlich sie von allen empfangen wird. Aber anstrengend und schön ist das Leben mit Kleinkind ja sowieso. Wir passen uns eben ihren Rhythmus an und so funktioniert das bisher sehr sehr gut.

      1. Das glaub ich, dass die Kleine das spannend findet. Bei uns geht es nächsten Monat “nur” für ein paar Tage nach Frankreich. Lange Strecken sind mir noch nix. Als Anfang reicht das europäische Ausland 😉

  1. … Du kennst es ja schon… ansonsten würde ich sagen: mach mit Kindern einen großen Bogen um Ubud 🙂 Es ist einfach laut und stinkig…
    Man kann zwar ganz nett einkaufen dort, aber das interessiert unsere Kids eher wenig.
    Weiterhin viel Spaß und halte uns auf dem Laufenden!

    1. Haha, sind gestern in ubud angekommen, aber in einem ganz süßen Vorort in einer traumhaften Airbnb Villa mit Blick auf Reisfelder – und ich muss sagen, aus dieser Perspektive gefällt mir ubud bisher ganz gut.

  2. Wie alt ist denn jetzt Eure Tochter, daß ihr mit ihr nach Bali reist? Wie lange wird der Urlaub dazu sein? Ich habe einige Deiner spannenden Reiseberichte gerade durchgelesen und bin ganz fasziniert, wo ihr schon überall ward! In welchem Alter war denn Tara bei ihrer ersten Reise, wo ihr sie mitgenommen habt und wohin ging es da überall hin?

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