Bangkok Skyline

Bangkok mit Kind

Bangkok kannte ich bisher nur als Moloch voll von Lärm, Gestank, Schwüle, Verkehr und Menschen. Ich erinnere mich an schicke Rooftop Bars und schmuddelige Spelunken, Verkaufsstände mit mehr oder minder legalen Produkten und Männer sowie Frauen in aufreizend kurzen Röcken, die entweder Ice Cream oder Lollipop hießen. Aus diesem Grund war ich auch ziemlich skeptisch als wir im Winter 2017 unseren Aufenthalt mit unserer damals 2,5 jährigen Tochter in Bangkok planten. Würde das gut gehen? Was kann man mit Kind in dieser wilden Metropole überhaupt unternehmen?

Wie sich herausstelle: Viel! Außerdem konnten wir die Stadt so nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben – als offene, moderne Metropole, Abseits von dem verlockend, funkelnden Neonlicht.

Bangkok

Bangkok ist eine Stadt der Superlative. Die Hauptstadt Thailands ist mit ca. 9 Mio Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Landes. Bangkok ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes und beherbergt unzählige Museen, Hochschulen, Paläste und Tempel. Sie ist außerdem einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Südostasien und rangiert häufig auf Platz 1 der meistbesuchten Städte der Welt. Der offizielle Name Bangkoks ist mit 169 Buchstaben auch der längste Ortsname einer Hauptstadt der Welt. Im Alltagsgebrauch wird jedoch die Kurzform Krung Thep verwendet. Bangkok ist tatsächlich der alte Name, den die Stadt trug bevor sie 1782 zur Hauptstadt wurde, der sich im westlichen Gebrauch jedoch durchgesetzt hat.

 

Übernachten

Wir übernachteten zweimal in Bangkok, jeweils im Bereich um die Sathon Road: Einmal auf der Hinreise nach Myanmar für zwei Nächte und dann auf der Rückreise für nur eine Nacht. Generell muss man sagen, dass die Auswahl an tollen Hotels in Bangkok schlicht überwältigend ist. Genaugenommen war sie für mich so überwältigend, dass ich mich nicht entscheiden konnte und so ezu einem gewissen Zeitraum diverse Hotels reserviert hatte. Blöderweise hatte ich dann jedoch vergessen meine Unterlagen zu aktualisieren, so dass wir vom Flughafen erst einmal zu einem falschen Hotel gefahren sind, das ich schon längst wieder storniert hatte. Immerhin lag es wenigstens in der Nähe des richtigen Hotels.Pool at Eastin Sathorn

Unser erstes Hotel war das Eastin Grand Hotel Sathorn, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Das Eastin vermittelt auf den ersten Blick den Eindruck eines schicken Business Hotels, doch tatsächlich ist es viel mehr: Die Zimmer sind geräumig, hell, modernen und bieten einen tollen Blick auf die City. Es gibt einen tollen Poolbereich mit Infinity Pool der einen spektakulären Blick auf die Skyline bietet. Ebenso gibt es ausreichend bequeme und auch ausgefallene Liegen, ein extra Kinderpool, eine Pool Bar mit einer super Auswahl an Speisen und Getränken und top Service. Das Frühstücksbuffet bietet eine riesige Auswahl an warmen und kalten Speisen, alle mögliche Kaffee Variationen sowie unterschiedlichste frische Säfte. Außerdem gibt es  sogar ein Spielzimmer mit Kinderbetreuung und einer wirklich tollen Spielzeugauswahl. Wir hätten Tara dort sogar betreuen lassen können, was wir nicht getan haben. Doch zum Spielen mussten wir dort mehrmals täglich vorbeischauen. Ein weiteres extremes Plus ist der direkte Zugang vom Hotel zur Skytrain Station Surasak, was uns die Mobilität mit Kind natürlich enorm erleichterte.

Unser zweites Hotel war das Chatrium Hotel Riverside Bangkok, das wie der Name schon sagt, direkt am Ufer des Chao-Praya liegt. Die Aussicht aus den extrem großen Zimmern direkt auf den Fluss, über die Lichter der Stadt, ist insbesondere abends ein echtes Erlebnis. Ich konnte mich an der Aussicht gar nicht satt sehen. Das Hotel selbst ist schick und modern und bietet alle Annehmlichkeiten, die man sich nur wünschen kann. Auch der schöne Pool mit direktem Blick auf den Fluss ist toll. Sehr praktisch ist der eigene Bootsanleger des Hotels, wenn man die Tempel in der Altstadt und in der Nähe des Flusses erkunden möchte. Jedoch waren mir die großen Zimmer (die sogar über eine Küchenzeile verfügen) etwas zu schlicht, bzw. waren sie stellenweise schon etwas abgelebt. Ebenso machte der Service einen etwas zu routinierten Eindruck. Chao Praya

 

Erleben

Das bequemste und auch sicherste Fortbewegungsmittel in Bangkok ist das gut ausgebaute Öffentliche Nahverkehrssystem, insbesondere das moderne BTS Skytrain System. Ein Tagespass hierfür kostet 140 Baht und der Preis einer Einzelfahrt liegt, je nach Strecke, zwischen 16 und 44 Baht. Eine weitere Option sind Taxis oder TukTuks, jedoch gilt es hier gut zu verhandeln, bzw. auf ein eingeschaltetes Taxameter zu bestehen, ansonsten wird man (auch mit kleinem Kind auf dem Schoß) gnadenlos abgezockt. Das System der auf dem Chao-Praya verkehrenden Boote fand ich ein bisschen verwirrend, mit Hilfe der freundlichen Thais ist aber auch das zu meistern

 

Chatuchak Weekend Market

Der Chatuchak Weekend Markt ist der größte Markt Thailands mit einer Fläche von über 1,13 Quadratkilometer. Auf den über 10.000 Ständen kann man fast alles kaufen, was man sich nur vorstellen kann: Von Kleidung, Souvenirs, Kunsthandwerk, über Lebensmittel, bis hin zu Haushaltsgegenständen oder lebedindigen Tieren ist hier fast alles zu finden. Wie der Name schon sagt, ist ein Großteil des Markts nur am Wochenende geöffnet – und dementsprechend voll und geschäftig geht an diesen Tagen auf dem Markt zu. Gleichzeitig hilft die Größe jedoch auch, dass sich die Menschenmassengut verteilen und man so immer wieder Gänge, in dem teilweise überdachten Areal findet, die weniger stark frequentiert sind.Chatuchak Weekend MarketInsgesamt ist der Besuch des Markts ein Erlebnis, das man auf jeden Fall gemachte haben sollte. Nicht nur Schnäppchenjäger und Souvenirsucher werde hier fündig, an den vielen Essenständen gibt es auch zahlreiche Leckereien zu entdecken, wie zum Beispiel köstliches, frisches Kokosnusseis. Mit Kind kann man natürlich nicht ganz so lange durch die engen und teilweise auch sehr stickigen Gänge laufen. Jedoch kann man im Chatuchak-Park, auf dem Weg zu der BTS-Station Mo Chit und der U-Bahn-Station Suan Chatuchak liegt, eine schöne Pause einlegen. Dort gibt es auch einen kleinen, recht baufälligen Spielplatz, der unsere Tochter jedoch wesentlich mehr begeistert hat, als der Markt selbst.Playground in Bangkok

 

Wat Arun

Der Wat Arun (der Tempel der Morgenröte) gilt, aufgrund seiner malerischen Lage am Fluss, als einer der schönsten Tempel in Bangkok. Sehr ungewöhnlich ist auch die Gestaltung des Tempels, dessen Außenwände mit bunten Mosaiken aus unzähligen Porzellanscherben, Muscheln und Glasperlen verziert sind. Das Wahrzeichen des Tempels ist der 67 Meter hohe Tempelturm (Phra Prang), den man über vier Treppen auf vier Ebenen erklimmen und umrunden kann. Auf den Wänden des Turms finden sich zahlreiche Bilder zu dem Leben Buddhas und Figuren aus der Mythologie. Von der obersten Ebene muss man auch eine spektakuläre Aussicht über die Altstadt, den Fluss und die Skyline haben. Nur leider waren während unseres Aufenthalts die oberen Ebenen aufgrund von Restaurierungsarbeiten geschlossen.

Der Tempel liegt, anders als der Palast und alle anderen großen Sehenswürdigkeiten, am westlichen Ufer des Chao-Phraya. Daher ist der beste Weg die Anreise mit dem Expressboot, bzw. der Fähre. Vom Tha Tien Pier, den man mit dem Chao Phraya Expressboot von der BTS Station Saphan Taksin erreicht, kann man mit der Fähre direkt auf die andere Seite des Flusses zum Tempel fahren. Wir hatten jedoch vergessen am Tha Tien Pier in die Fähre umzusteigen und sind so noch eine ganze Strecke mit dem Expressboot den Chao Praya hinaufgefahren, was insgesamt ein sehr netter Ausflug gewesen wäre, wenn das Boot nicht extrem laut und voll gewesen wäre.

Bangkok by boat

 

Asiatique – The Riverfront

Das ASIATIQUE – The Riverfront ist viel mehr als ein reiner Nachtmarkt, sondern eher ein familienfreundlicher Ausgeh- und Vergnügungskomplex. Neben unzähligen kleinen Geschäften (über 1.000), die in Lagerhallen ähnlichen Gebäuden ihre Waren anbieten, gibt es hier unzählige Restaurant, ein Riesenrad, Shows, Karussells und diverse andere Fahrgeschäfte. Das 2012 eröffnete Gelände liegt direkt am Chao Phraya und wirkt insgesamt noch sehr neu und herausgeputzt, bzw. im vermeintlich schicken Retro-Stil erbaut. Gleichzeitig führt genau das dazu, dass alles sehr künstlich wirkt. Der gesamte Ort scheint nur für Touristen gemacht und wirkt ebenso wenig authentisch, wie die beliebigen Souvenirs die man sich in einem der austauschbaren Geschäfts kaufen kann. Das Gelände ist täglich ab 17 Uhr geöffnet und bietet sich für einige vielleicht als entspanntere Alternative zu anderen Märkten an. Wer jedoch einen echten thailändischen Markt erleben möchte, ist hier fehl am Platz.   Asiatique Riverfront

 

Siam Square + Siam Center

Im Siam Square und dem Siam Center (zu erreichen über die BTS Skytrain Haltestelle Siam) mit den unzähligen Malls, wie der Siam Mall und der Siam Paragon Mall, kann man sicherlich Tage mit Shoppen verbringen. Wir waren jedenfalls fasziniert von der Vielzahl an Geschäften, dem blinkenden Protz und glitzerndem Glanz. Allein ein Besuch im riesigen Foodcourt der Siam Paragon Mall lohnt sich schon. Hier finden sich die leckersten und exquisitesten Gerichte aus aller Welt, bunt verzierte Leckereien und ein bombastischer Supermarkt der Extraklasse, der keine Wünsche offen lässt.

Siam Paragon Mall

 

Essen

Bangkok ist für hungrige Mägen ein Traum! Wir haben uns immer wieder zu frischem, leckeren Streetfood verleiten lassen und haben gerne auch Pausen in kleinen Cafés eingelegt. Besonders herausgestochen ist darunter das süße Ma Chim Café in der Nähe des Wat Aurun, in dem ich den besten und stärksten Iced Matche Latte meines Lebens getrunken habe.

VeganerieIn der Siam Paragon Mall waren wir im Restaurant Veganerie Concept essen. Insbesondere die Süßspeisen mit veganer Sahne aus Kokosmilch sind ein Traum! Nur leider sitzt man auf den wenigen Plätzen, die das kleine Restaurant zu bieten hat, etwas gedrängt und exponiert, also nicht wirklich gemütlich.

 

Die Kurissara Thai Cuisine Ist dagegen ein echter Ort zum Wohlfühlen: Ein sehr herzliches, kleines Lokal mit einer schönen, übersichtlichen Karte die aus köstlichen Klassikern der Thai Küche besteht. Das Essen ist nicht nur sehr lecker, sondern auch hübsch angerichtet und der Service ist top.

 

Fazit

Bangkok lässt sich auch mit Kind super erkunden und bietet noch so viele spannende Ecken, die es zu entdecken gilt, dass ich mich jetzt schon auf unseren nächsten Aufenthalt in dieser pulsierenden Stadt freue.

 

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