Reisen mit Baby

Fernreise mit Baby

Die zweite Fernreise mit Baby führte uns für 5 Wochen nach Singapur, Bali und Lombok. Während wir vor unserer ersten Reise mit Baby noch ziemlich aufgeregt waren, fühlten sich die Vorbereitungen nun schon sehr routiniert an. Wir wussten, dass unsere Tochter eine entspannte Reisepartnerin sein würde und gingen die gesamte Reise daher ebenfalls sehr gelassen an.

6 Monate sind in der Entwicklung eines Babys jedoch eine sehr, sehr lange Zeit, so dass unsere kleine Reisepartnerin uns nun vor völlig neue Herausforderungen stellte, die wir während unserer ersten Reise mit Baby so nicht erlebt hatten.

 

Was hat sich bei dieser Reise, im Vergleich zu unserer ersten Reise mit Baby, also verändert?

Tara war bei unserer Abreise fast 11 Monate alt und erkundete nun mit großer Neugier, Ausdauer und Intensität die Welt. Am liebsten krabbelte und kletterte sie in Windeseile durch Flughäfen, Flugzeuge, Restaurants und Unterkünfte, um sich dabei, mit ihren flinken Händchen, alles in ihrer Reichweite prüfend in den Mund zu stopfen. Ich habe keine Ahnung wie viele Kilometer ich meinem Baby in diesen 5 Wochen insgesamt hinterher gerannt bin!

Reisen mit Baby

Unsere Reise war somit geprägt von einer schizophrenen Mischung aus entspannter Langsamkeit und ununterbrochener Aktion.

Die Langsamkeit kam dadurch zustande, dass wir diesmal noch länger an den einzelnen Stationen verweilt sind, d.h. wir waren minimal vier Tage und maximal eine Woche an einem Ort. Wir haben uns also richtig Zeit genommen jeweils in Ruhe an einem Ort anzukommen und von dort aus genüsslich die Umgebung zu erkunden.

Andererseits waren wir durch unser kleines Energiebündel fast ununterbrochen in Action, liefen ihr andauernd hinterher und mussten aufpassen, dass sie weder sich noch die Umgebung zerstörte. Während Tara bei unserer ersten Reise nur robben konnte und erst langsam mit dem Krabbeln anfing, hatten wir es nun mit einem aktiven Wirbelwind zu tun. Die Momente der Ruhe waren selten und abends waren wir meistens so müde, dass wir gemeinsam mit dem Baby eingeschlafen sind.

Gleichzeitig war es wunderschön gemeinsam beobachten zu können, wie Tara ihre Umgebung, die Menschen, die Natur, die Tiere und das Essen voller unbändiger Neugier wahrnahm und voller Freude an allem teilhaben wollte. Die Familienzeit in diesen fünf Wochen war also sehr intensiv: Dabei war sie ebenso intensiv anstrengend, wie intensiv schön. Durch Tara konnte wir so vieles neu entdecken, den Zauber in scheinbar alltäglichen Momenten sehen und unscheinbare Kleinigkeiten mit großen Augen bewundern.

Reisen mit Baby - Freude

 

Der Tagesablauf

Taras Neugier und Aktivität brachte uns nun den großen Vorteil, dass wir in der Gestaltung unseres Tagesablaufs wesentlich freier waren, als bei unserer ersten Reise. Tara schlief nun weniger und wenn, dann tat sie dies auch gerne zwischendurch im Auto oder im Tragetuch. Somit mussten wir uns nicht komplett dem Baby-Rhythmus anpassen, sondern konnten auch Ausflüge unternehmen, die fast den ganzen Tag dauerten.

Natürlich haben wir auch während unserer Touren immer wieder Pausen eingelegt, da Tara nur ungern länger als eine Stunde in der engen Begrenzung der Tragehilfe oder im Auto blieb. Sie freute sich jedes Mal sehr, wenn sie selbstständig eine neue Umgebung erforschen konnte. Dadurch haben wir teilweise sehr intensive Pausen in Restaurants oder Cafés eingelegt, wo Tara ihren Bewegungs- und Entdeckungsdrang voll auskosten, das Inventar erkunden und neue Freunde finden konnte. Meist war sie innerhalb kürzester Zeit mit sämtlichen Angestellten und den anderen Gästen vertraut und wir in angeregte Gespräche vertieft.

Reisen mit Baby - Begegnungen

 

Begegnungen

Diese unzähligen offenen und herzlichen Begegnungen gehörten auch sicherlich zu den schönsten Momenten unserer Reise. Da Tara ein sehr kontaktfreudiges Kind ist, fordert sie die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen teilweise sehr offensiv ein. Wo immer wir auch waren, erstrahlte sich unsere Tochter daher die Zuneigung aller Personen in ihrer Reichweite. Ich wurde nie zuvor von so vielen Lächeln und liebevollen Blicken gestreift. Wo immer wir auch waren, kamen freundliche Menschen auf uns zu und egal wie beschäftigt sie auch waren, für Tara hat man sich immer ausreichend Zeit genommen. In einem super hippen, geschäftigen Café in Seminyak saß sie so plötzlich auf dem Arm des Barista und lernte, wie man den perfekten Cappuccino brüht. In meinem Tragetuch spüre ich immer wieder, wie sie flink rechts und links an mir vorbeischaut und so mit den Menschen flirtet, die hinter uns laufen.

Reisen mit Baby - Spass

Zurück in Deutschland vermisse ich dieses Gefühl, dass sich die Menschen füreinander Zeit nehmen, auch wirklich am meisten. Hier scheint jeder in seinem eigenen Stress gefangen zu sein, ist in Gedanken oder ins Smartphone vertieft. Hier scheint das Gefühl vorzuherrschen niemals genügend Zeit für irgendetwas zu haben und schon gar nicht genügend Zeit zum Leben. Vielleicht liegt der Fehler in der Wahrnehmung aber auch bei mir? Vielleicht empfinde ich so, weil ich nun selbst wieder arbeite und weniger Zeit, weniger Ruhe habe. Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht selbst in dieser Stress-Spirale des Alltags verliere.

 

Eine Zeit der Veränderung

Unsere Rückkehr markierte allgemein einen großen Umbruch: Wir sind mit einem Baby losgefahren und kamen mit einem Kleinkind zurück, das dabei war das Laufen für sich zu entdecken. Diese Veränderung wurde mir während des Rückflugs ganz schlagartig bewusst, als ich sah wie riesig das kleine Baby geworden ist, dass vor einem Jahr zu dieser Zeit noch in meinem Bauch war und nun friedlich, schlafend in meinen Armen lag.

Gleichzeitig markierte unsere Rückkehr das Ende meiner Elternzeit und damit mein Wiedereinstieg in den Berufsalltag. Durch die intensiven, gemeinsamen Wochen verlief für uns alle der Übergang von der Mama-Zeit zur Papa-Zeit jedoch extrem sanft und problemlos. Unsere gegenseitige Bindung zueinander ist noch fester und tiefer geworden, so dass es für Tara vollkommen selbstverständlich war, dass Mama nun unter der Woche für 8 Stunden verschwindet und dafür Papa mit ihr zu Hause spielt, bis dann ganz bald das Abenteuer Krabbelstube für sie beginnt.

Für uns als Familie ist es jetzt wichtig, dass wir im Fluss des Alltags nicht die Achtsamkeit füreinander verlieren und dass wir immer den Blick für den kleinen Zauber und die Wunder, die uns jeden Tag begegnen, offen halten.

Dad

2 Gedanken zu „Fernreise mit Baby

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