Lao Umbrellas

Luang Prabang genießen

Laos war sicherlich das abenteuerlichste Ziel unserer ersten Reise mit Baby, insbesondere bezüglich der miserablen medizinischen Versorgung und der erhöhten Dengue- und Malaria-Gefahr. Wenn man sich von diesen Punkten nicht einschüchtern lässt, dann ist Laos aber ein tolles Ziel für Reisende mit Babys. Insbesondere Luang Prabang strahlt eine unglaublich erholsame Ruhe aus, die sich direkt auf uns und Tara übertragen hat. Ich habe viel darüber nachgedacht, was genau diesen friedlichen Charme ausmacht und ich glaube, es liegt unter anderem daran, dass in Luang Prabang, aber eigentlich in ganz Laos, insgesamt viel weniger Reize auf einen einprasseln. So wird man in Laos zum Beispiel fast gar nicht mit Werbung konfrontiert, wenn überhaupt hängt vereinzelt ein einsames Beer Lao Plakat an einer Hauswand. Dabei wird einem erst bewusst, was für einer Flut an Reizen und Eindrücken man selbst – und natürlich auch das Baby – in Deutschland tagtäglich ausgesetzt ist. Ich denke, allein das hat sehr geholfen, dass wir uns mehr auf uns konzentrieren und einfach mal abschalten konnten, von dem unterschwelligen Konsumzwang und all dem Wollen müssen.

Luang Prabang Sunset

Ein weiteres großes Plus sind die extrem kinderlieben, interessierten und hilfsbereiten Menschen vor Ort. Viele waren sichtlich erstaunt, dass wir mit unserer kleinen Tochter eine so weite Reise angetreten haben und haben uns neugierig ausgefragt, wie das Reisen mit Baby funktioniert. Gleichzeitig wurde Tara überall mit offenen Armen empfangen und freudig begrüßt. “Oh, loväly Baby! Boy or girl?” war die Begrüßung, die ich am häufigsten zu hören bekam. In Restaurants hat man uns wirklich immer einen besonders schönen Platz zugewiesen und geholfen Tara aus zwei zusammengestellten Stühlen eine Liegefläche zu bauen.

Baby Tara in Lao

Ich habe bisher auch noch in keinem anderen Land so viele Tragevarianten für Babys gesehen, wie in Laos. Viele der Mütter, die auf dem Markt oder an den Essensständen arbeiten, trage ihre Babys den ganzen Tag auf dem Rücken mit sich herum. Auch hier wurden wir immer wieder über die Babys in interessante Gespräche verwickelt.

Der einzige negative Punkt: Babyartikel wie Milchpulver oder Windeln sind in Laos recht teuer. Windeln von Mamy Poko haben wir in den kleinen Supermärkten und Apotheken entlang der Hauptstraße gefunden, jedoch haben wir umgerechnet für 5 Windel 2€ gezahlt!

 

Shoppen

Vollständig konnten wir uns von sämtlichen Konsumzwängen dann doch nicht befreien, bzw. wollten wir das auch gar nicht, denn Luang Prabang ist ein Paradies für Shopper! Ich wage zu behaupten, dass selbst Menschen mit einer Shopping-Abneigung von der vielfältigen Auswahl an hübschen Läden und Marktständen verführt werden dürften.

Das Mekka für alle Schnäppchenjäger und Souvenirsucher ist sicherlich der wunderschöne Nachtmarkt, der jeden Abend von 17 – 22 Uhr auf der Sisavangvong Road stattfindet. Die mit bunten Planen überdachten Stände sind nicht nur schön anzusehen, hier gibt es auch fast alles was man in den umliegenden Geschäften findet – nur viel, viel günstiger: Holzfiguren, Tees, Kaffee, Seifen, Stoffe, Taschen, Rucksäcke, Kleider, T-Shirt, Hosen, Puppen und vieles mehr. Wir sind fast jeden Abend hier entlang geschlendert und haben immer wieder etwas hübsches Neues entdeckt. Handeln ist natürlich ein Muss!

Luang Prabang Night Market

Tagsüber laden die schönen Geschäfte entlang der Sisavangvong und Sakkaline Road zum Bummeln ein. Teilweise kann man hier handwerklich sehr hochwertige Stücke finden, jedoch sind diese natürlich etwas teurer. Besonders gefallen haben uns Kopnoi, Ock Pop Tok, Passa Paa und Luang Prabang Artisans.

Luang Prabang old town

Der Morgenmarkt (Talat Tha Heua), der täglich in einer kleinen Parallelstraße zur Sisavangvong Road stattfindet, ist hauptsächlich ein Lebensmittelmarkt für die Einheimischen und war für uns daher eher abenteuerlich. Wir haben dort unter anderem lebende Kröten, abgepacktes Blut und allerlei Innereien zu sehen bekommen. Wären wir noch früher vor Ort gewesen, hätten wir sicherlich noch mehr ungewöhnliche Leckereien entdecken können. Unbedingt probieren sollte man aber die köstlichen, getrockneten Mekongalgen (Khaipen), die man dort in großen abgepackten Bündeln kaufen kann.

Morning Market Luang Prabang

 

Geldprobleme

Insgesamt ist Luang Prabang ein teures Reiseziel, insbesondere was die Übernachtung und das Essen angeht. Teilweise befinden sich die Preise fast auf europäischem Niveau. Daher findet man auch an jeder Ecke der Sisavangvong und Sakkaline Road eine riesige Auswahl an ATM’s. Das Problem ist nur, dass die meisten Automaten nicht funktionieren oder nur sehr geringe Summen Bargeld ausspucken. Meiner Kreditkartengesellschaft waren meine unzähligen Abhebungen in Luang Prabang jedenfalls so suspekt, dass sie mir direkt die Karte gesperrt haben. Der einfachste Weg an größere Summen Bargeld zu kommen, war letztendlich das Geld direkt auf der Bank in der Sisavangvong Road mittels Kreditkarte und Reisepaß abzuheben. Das war sehr unkompliziert und vermittelte uns ein besseres Gefühl, als an den ständig nicht funktionierenden, rumzickenden ATM’s unser Glück zu versuchen.

 

Essen

Im Indigo Café bekommt man definitiv den besten Kaffee der Stadt – in allen nur erdenklichen Varianten. Auch sehr lecker sind die frisch gepressten Säfte und vegangen / vegetarischen Gerichte, die man unbedingt auf der großartigen Dachterrasse genießen sollte. Von dort hat man einen tollen Blick über Luang Prabang und auf den Mount Phou Si. In der Mittagshitze ist man durch das Dach von den heißen Strahlen der Sonne gut geschützt und die Ventilatoren bieten eine angenehme Abkühlung. Daher kann es dort tagsüber oft recht voll werden. Gegen Abend ist es dagegen wesentlich ruhiger und man kann von dort oben das geschäftige Treiben des Nachtmarktes beobachten.

Ein weiteres Highlight ist der Gebäck-Stand, der sich direkt vor dem Café befindet. Besonders zu empfehlen sind die kleinen Küchlein aus schwarzem Sticky-Rice mit Mango und Kokoscreme – ein Gedicht!

Tipp: Neben der Dachterrasse gibt es einen Raum mit kostenlosen Computerarbeitsplätzen, Toiletten und sogar einer sauberen Dusche.

Das Luang Prabang Artisans Café ist ein kleiner Geheimtipp. In einer idyllischen Seitenstraße der Sisavangvong Road befindet sich dieses Café im wunderschönen Garten eines traditionellen, über 100 Jahre alten Hauses. Im Untergeschoß des Hauses ist ein stilvoller Shop mit hochwertigen, handgearbeiteten Stoffen, Decken, Tüchern und Kissen. Nach dem Shoppen kann man im schattigen Garten, zwischen üppigen Blüten und bunten Schmetterlingen, bei einem leckeren Smoothie entspannen (auch mit Obstsorten von denen ich noch nie gehört habe) oder frische laotische Gerichte genießen. Köstlich, toll und unbedingt ein Besuch wert.

Luang Prabang Artisans

 

Abendlicher Fressmarkt

Direkt neben dem Indigo Café befindet sich, in einer kleinen, namenlosen Seitenstraße, der abendliche Fressmarkt. Hier stehen, dicht an dicht gedrängt, Stände mit allen möglichen gegrillten und gebratenen Köstlichkeiten. Dazwischen sitzt man ebenso eng auf provisorischen Bierbänken und schlägt sich den Bauch voll. Viele Stände bieten super günstige All-You-Can-Eat Optionen an. Von gegrillten Innereien, Mekong Fisch bis hin zu vegetarischen Currys ist hier sicherlich für jeden etwas dabei.

Luang Prabang Food Market

 

Fruit-Shake & Baguette-Stände am Hmong Markt

Direkt gegenüber dem Indigo Café, auf dem Gelände des Hmong-Marktes, befindet sich eine Reihe von Ständen, die frische Smoothies und Baguettes anbieten. Alle Stände sind gleich lecker, letztendlich wählt man nach Sympathie der Verkäuferin aus. Wir waren meist mehrmals am Tag hier, um uns mit Frucht zu betanken. Unser Favorit war eindeutig der Mango & Passion Fruit Shake für 10.000 Kip und das Baguette mit Tofu & Gemüse.

Ebenso köstlich ist der kleine Stand mit Kokospfannküchlein auf der gegenüberliegenden Straßenseite, direkt am Eingang zum Fressmarkt. Ein unbedingtes Muss! Auch hier haben wir meist täglich zugeschlagen.

 

Übernachten

Das Indigo House liegt super zentral im Herzen Luang Prabangs. Der Hmong Markt, der Nachtmarkt und der Fressmarkt befinden sich direkt vor der Tür. Aufgrund der allgemein sehr niedrigen Bauweise ist das blaue, mehrstöckige Gebäude ein guter Orientierungspunkt, den man nicht verfehlen kann.

Der Name ist hier Programm und so ist das gesamte Hotel in den unterschiedlichsten  Blautönen gestaltet. Im Erdgeschoss befindet sich, außer der Rezeption, ein kleiner Shop mit indigofarbenen Textilien und das Indigo Café. Die Zimmer gruppieren sich auf drei Stockwerken um eine große Holztreppe, die in der großartigen Dachterrasse endet.

Die Zimmer sind alle unterschiedlichen Themen zugeordnet und dementsprechend farblich eingerichtet. Wir übernachteten in ‘Cool’, einem schönen großen Zimmer, mit Badewanne und Balkon zum Marktplatz. Das Hotel und die Zimmer sind sehr sauber und das Personal extrem hilfsbereit. Durch die Lage zum Markt war das Zimmer natürlich nicht das ruhigste. Wir konnten nicht nur jeden Abend das Treiben auf dem Markt miterleben, sondern wurden auch jeden Morgen von dem unermüdlichen Zischen der Kaffeemaschine des Indigo Cafés geweckt. Die köstlich duftenden Kaffee-Aromen haben uns dann freiwillig meist früher aus dem Bett gelockt, als wir das eigentlich geplant hatten.

Indigo House Hotel - Cool

Das My Dream Boutique Resort liegt gegenüber der Halbinsel, in der Nähe der Bambusbrücke, in einem wunderschönen Garten mit Zugang zum Fluss. Von der Terrasse des Hoteleignen Restaurants – in dem es wirklich köstliches Essen gibt – hat man einen grandiosen Blick über den üppigen Garten und auf den Mount Phou Si. Die sehr sauberen Zimmer haben eine gemütliche Größe und sind in warmen Holztönen eingerichtet. Ein kleiner Balkon mit Blick auf den Garten gehört zu jedem Zimmer dazu. Ein weiteres Plus ist sicherlich der angenehm kühle Pool, an dem wir jeden Nachmittag gechillt haben. Für Tara war das Wasser leider zu kalt, aber dafür hat sie begeistert Mama oder Papa beim Schwimmen zugeschaut. Das eigentliche Highlight dieses perfekten Wohlfühl-Hotels ist aber sicherlich der extrem herzliche und sehr persönliche Service. Wir haben uns vom ersten Moment an vollkommen umsorgt und wie zu Hause gefühlt. Das My Dream war für uns somit tatsächlich ein wahrgewordener Traum der Ruhe und Entspannung.

My Dream Boutique Resort

Was wir sonst noch in Luang Prabang erlebt haben, erfährst Du hier.

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