Horse at Bromo

Mount Bromo und eine Fahrt im Nachtzug

Malang ist die achtgrößte Stadt Javas und stellt das ökonomische Zentrum Ostjavas dar. Wir besuchten Malang im Rahmen unserer Asien-Reise 2014, als Ausgangspunkt für unsere Tour zum Mount Bromo.

Malang City

Wir sind nach Malang von Yogyakarta mit dem Nachtzug, dem Maliboro Ekspres, gefahren. Das Ticket hierzu haben wir uns für 250.000 IDR in Yogya direkt am Bahnschalter gekauft, nachdem ich die Zeiten vorab im Internet gecheckt hatte. Hinweis: Auf jeden Fall den Pass griffbereit dabei haben. Diesen benötigt man nicht nur für den Kauf des Tickets, sondern auch um auf den Bahnsteig und zum Zug zu gelangen.

Die Zugfahrt selbst war gemächlich, ereignislos und kalt, aufgrund der voll aufgedrehten Klimaanlage. Zum Glück wurden Decken verteilt und man konnte sich beim freundlichen Personal warme Getränke kaufen. Abfahrt in Yogya war um 20:15 und um 3:50 sind wir in Malang angekommen, wo wir uns erschöpft und müde ein Bemo zum Hotel genommen haben.

 

Erleben

Malang ist eine charmante Stadt, die einem einen guten Einblick in das echte Leben Ostjavas vermittelt. War die Stadt während der Kolonialzeit noch ein beliebtes Reiseziel, ist der Tourismus dort mittlerweile überschaubar, da die Sehenswürdigkeiten eher unspektakulär sind. Außerdem startet ein Großteil der Touren zum Mount Bromo von Probolingo oder Surabaya aus. Malang bietet jedoch einige schöne Kolonialbauten, einschließlich einer Kirche und diverse, wuselige Märkte. Mein Highlight waren aber die große Anzahl an wunderschönen, alten Bäumen, die in der gesamten Innenstadt zu finden sind und die abendlichen Schlangenbeschwörer auf dem Medan Merdeka.

Snake

 

Der Sonnenaufgang am Mount Bromo

Unsere Tour zum Bromo haben wir für 600.000 IDR pro Person am Tag zuvor im Hotel gebucht. Nachts um 2 Uhr wurden wir dann von unserem Fahrer mit Jeep abgeholt und durch die stockdunkle Stadt ins Gebirge gefahren. Es ging gefühlt stundenlang auf immer schlechter werdenden Straßen bergauf. Links neben uns ein steiler Abhang und vor uns riesige Schlaglöcher, bis wir endlich auf einem Schotterweg, der von kratergroßen Löchern durchsäht war, hinab zur Sea Of Sand fuhren. Nun konnte man in der Ferne auch das flackernde Licht von zahlreichen, anderen Jeeps sehen, in deren lange Kolonne wir uns irgendwann einreihten und hinauf zur Aussichtsplattform des Mount Penanjakan fuhren.

Oben angekommen war plötzlich Dorffest-Atmosphäre: Durch die vielen Menschen, Jeeps, Fressbuden und Jackenvermieter. Wir hatten uns zum Glück warme Jacken und Handschuhe mitgenommen, denn dort oben auf 2.770m Höhe war es bitterkalt. Daher wärmten wir uns erst einmal in einem der zahllosen, provisorischen Cafés mit mehreren Tassen Instant-Ingwer-Tee auf, während ein Großteil der Menschenschar bereits auf der Aussichtplattform dem Sonnenaufgang entgegen frierte. Eine halbe Stunde bevor es soweit sein sollte, suchten wir uns dann einen entspannten Platz am Rand der Plattform und genossen von dort das atemberaubende Wow-Naturspektakel des Sonnenaufgangs über dem Bromo. Einfach nur wunderschön!

Bromo

Danach ging es zurück zum Jeep und wieder bergab mitten in die Sea Of Sand, wo wir ein provisorisches Picknick-Frühstück bekamen. Um uns herum, weit und breit, keine anderen Menschen, so dass wir uns dann gestärkt und ausgeruht ins Getümmel um den Kraterrand des Bromo stürzen konnten.

Dorthin gelangt man entweder zu Fuß oder man kann einen Teil der Strecke auf einem Pony zurücklegen. Die lange Treppe mit über 240 Stufen zum Kraterrand muss dann aber jeder mit eigener Muskelkraft erklimmen. Oben angekommen wird man von einer schwindelerregenden Aussicht und waberndem Schwefelgeruch belohnt.

Horse Rider

Bromo Crater

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher zu dem recht unspektakulären Tenggeresen-Tempel. Wesentlich beeindruckender war dagegen die unglaublich vielfältige Landschaft, die sich uns nun im sonnigen Tageslicht bei der Rückfahrt bot: Die Sandwüste wurde zur Steppenlandschaft und dann zu dichtem Wald, der immer wieder von üppig, kunstvoll angelegten Gemüseterrassen durchbrochen wurde, die sich an die steilen Berghänge schmiegen.

View from Bromo

Den letzten Stopp machten wir am Madakaripura Wasserfall. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Dschungel, war es super erfrischend in der Gicht dieses schönen Wasserfalls zu stehen und sich von der feinen Vulkanasche zu befreien.

Waterfall

 

Essen und Trinken

Auch wenn Malang einen sehr beschaulichen, fast verschlafenen Eindruck macht, hat die Stadt doch einige kulinarische Highlights zu bieten. Dazu gehört sicherlich das Inggil Museum Resto, teils Museum mit allerlei Gebrauchsgegenständen aus der Kolonialzeit, teils liebevoll eingerichtetes, traditionelles Restaurant. Das Essen dort ist super lecker, günstig und frisch. Die Auswahl hat uns schier überfordert! Das in traditionelle Uniformen gekleidete Personal ist extrem freundlich und an einigen Abenden gibt es klassische, javanesische Musik. Wirklich ein Erlebnis und absolutes Muss!

Ein weiteres Highlight in Malang ist das Tugu Park Hotel. Das gesamte Gebäude erinnert an eine prachtvolle, koloniale Villa, die geschmackvoll mit luxuriösen Antiquitäten und prachtvollen Bildern eingerichtet ist. Versteckt in einem Meer aus wunderschönen Pflanzen und pittoresk beleuchteten Gängen, warten unzählige Räume mit alten Schätzen darauf entdeckt und bewundernd zu werden.

Wenn es das Budget zulässt, sollte man auf alle Fälle dort übernachten. Wir waren leider nur zum Abendessen, für ausgefallene Cocktails und köstliches Essen, im Melati Restaurant, was aber auch schon ein Erlebnis war.

Indonesian Food

 

Übernachten

Wir übernachteten im Ibis Styles Malang, das zwar nicht sehr zentral gelegen ist, dafür aber modern, sauber und sehr günstig. Das Frühstücksbuffet war super frisch, mit einer enorm großen Auswahl. Der Service war extrem freundlich und hilfsbereit – und das Sahnehäubchen war dann noch der Outdoor-Pool mit Blick über Malang, den wir fast ausschließlich für uns alleine hatten.

Malang City

Warst Du schon mal am Bromo oder in Malang? Was hast Du dort erlebt? Was waren Deine Highlights? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

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