Reisen mit Baby: So anders & so schön

Das Abenteuer der ersten Fernreise mit Baby liegt hinter uns. Wir waren mit unserer 5 Monate alten Tochter für 4 Wochen in Thailand, Laos und Malaysia unterwegs.

Nun bleibt die entscheidende Frage zu beantworten: Wie war es? Meine kurze Antwort darauf lautet: Es war schön, unendlich einfacher und viel besser, als ich es erwartet hatte. Doch vermutlich lassen sich meine Erfahrungen am besten erklären, wenn ich diese Reise mit Baby mit meinen früheren Reisen mit dem Rucksack vergleiche.

Entschleunigung

Meine Reisen ohne Baby sahen so aus, dass ich eine lange Liste hatte, mit all den Orten, Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Restaurants, Bars etc. die ich unbedingt sehen und erleben wollte. Um diese Liste auch nur annähernd abarbeiten zu können, musste ich jeden Tag aufs Genauste planen. Auf diese Weise wollte ich das maximale Erlebnis aus jedem Tag heraus holen, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit erleben. Das klingt stressig? Das war es auch. Oft war ich nach den Reisen erschöpfter als zuvor.

Nun mussten wir unseren Rhythmus komplett auf unsere kleinste Reisepartnerin einstellen. Dadurch haben wir automatisch das Tempo unseres Reisens gedrosselt. Das heißt, wir sind insgesamt nicht nur länger an einzelnen Orten geblieben, sondern haben über den Tag verteilt auch immer wieder Pausen gemacht.

Im Details sah das so aus, dass wir morCoffee break with babygens für 3 bis maximal 4 Stunden unterwegs waren. Dazwischen haben wir immer wieder eine Pause eingelegt, wenn Tara zum Beispiel Hunger hatte oder ich eine Pause vom Tragen brauchte. Während der Mittagshitze haben wir dann im Zimmer oder am Pool gechillt und sind am späten Nachmittag noch einmal aufgebrochen, meistens mit dem finalen Ziel einen leckeren Ort zum Abendessen zu finden.

Durch diesen entschleunigten Rhythmus war das Reisen und Erleben viel entspannter und erholsamer als zuvor. Gleichzeitig hatte ich mehr Zeit alles auf mich wirken zu lassen und so das Gefühl tatsächlich mehr erlebt und gesehen zu haben als zuvor.

 

Im Hier und Jetzt sein

Während ich früher meine straffe Liste abgearbeitet habe, hatte ich trotzdem immer wieder das Gefühl – oder war es eher die Angst -, dass ich etwas Wichtiges verpassen könnte. Daher konnte ich selbst in den Momenten in denen ich entspannen wollte nicht wirklich abschalten, sondern war bereits am Planen, was als nächstes kommen sollte.

Diesmal war das anders. Diesmal war ich einfach nur da. Wenn wir eine Pause machten, habe ich ganz den Moment mit meiner Familie genossen und die Umgebung, das Essen, einfach alles in mich aufgesaugt.

Vermutlich fällt mir das Innehalten nun leichter, da die Momente der Ruhe mit einem Baby so viel seltener und wertvoller sind und ich sie dadurch auch viel bewusster wahrnehmen kann. Andererseits macht mir das Baby, das sich fast jeden Tag verändert, etwas dazu lernt und wächst, sehr deutlicher wie schnell die Zeit vergeht, wie sie unaufhörlich voranschreitet. Daher sind solche Pausen im Alltag, in denen man gefühlt die Zeit für einen Moment anhält, für mich umso wertvoller geworden.

Relaxed with baby chiang mai

 

Begegnungen

Wir sind ausnahmslos nur offenen, freundlichen und extrem hilfsbereiten Menschen begegnet. Zwar war das bei unseren früheren Reisen auch so, dennoch war es damals wesentlich schwerer tatsächlich mit den Menschen in Kontakt zu kommen.

Diesmal hatten wir aber einen kleinen Aufmerksamkeits-Magneten dabei. Tara war in jedem Fall immer der Fixpunkt und das Zentrum des Interesses. Dadurch sind wir viel leichter und selbstverständlicher mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch gekommen. Das waren teilweise sehr alltägliche Gespräche, die sich oft um das Leben mit Baby drehten. Doch gerade dadurch hatte ich das Gefühl eher einen Einblick in das alltägliche Leben und die Kultur der Menschen zu bekommen, als nur eine fremde Beobachterin zu bleiben.

Baby Tara in Asia

Damit möchte ich meine vorherige Art zu Reisen auf gar keinen Fall negativ bewerten. Ich weiß, dass ich zu diesem Zeitpunkt bestimmt nicht hätte anders reisen wollen und ich möchte diese Erfahrungen auf keinen Fall missen. Ich erkenne nur die Veränderung, die  mein Baby in mir bewirkt hat und bin selbst erstaunt, wie gut sie mir tut.

Dennoch habe ich natürlich auch einige Aspekte meiner früheren Reisen vermisst: Das Feiern zum Beispiel und die entspannten Abende in einer coolen Bar, aber auch das Gefühl der Unabhängigkeit, dass ich selbstbestimmt einfach mal nur das tun kann, worauf ich gerade Lust habe.

 

Und nun?

Diese erste Reise mit Baby, das gemeinsame miteinander Erleben, hat uns als Familie noch näher zusammengebracht und gleichzeitig jeden Einzelnen von uns etwas wachsen lassen. Heiko und Tara konnten eine viel tiefere Bindung zueinander aufbauen. Ich bin im Umgang mit dem Baby noch entspannter und gelassener geworden, da ich gelernt habe, ihre Reaktionen und Bedürfnisse besser zu verstehen. Tara ist offener und freundlicher anderen Menschen gegenüber geworden und lässt sich noch seltener aus der Ruhe bringen.

Baby and Papa

Die erste gemeinsame Reise als Familie war ein so schönes Erlebnis, dass wir gedanklich schon den nächsten Trip planen. Ihr dürft gespannt sein! Ich bin jedenfalls gespannt auf die Herausforderungen, die uns auf unserer nächsten Reise mit einem Kleinkind begegnen werden.

 

Kannst du Dir vorstellen mit Baby zu verreisen? Wo würde diese Reise hingehen? Oder bist du bereist mit Baby verreist? Wenn ja, wie war eure erste gemeinsame Reise?

4 Gedanken zu „Reisen mit Baby: So anders & so schön

  1. Hört sich nach einem vollen Erfolg an! Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass man mit Kind einfacher ins Gespräch kommt. 🙂 Unser erster Urlaub mit Baby war eher “Reisen light”. Hat natürlich Spaß gemacht, war für seine drei Monate das Richtige, aber der Erlebniswert war eher gering – wir haben vorher auch so viel in einen Tag gepackt, wie ging. Cooler war unsere Kreuzfahrt (Sohn 10 M), über die ich aktuell auf meinem Blog berichte.

  2. Wir wollen dieses Jahr mit unserer Tochter für ein paar Monate nach Indien. Sie wird dann ca. 8 Monate alt sein, wenn alles klappt wie geplant. Ich bin gespannt und entspannt 🙂

    Mein Partner und ich waren beide lange Zeit in Asien unterwegs, weshalb wir die Länder zu nehmen wissen 🙂 Trotzdem wird mit Baby alles anders sein… Ich werde auf meinem Blog berichten.

    Dein Blogpost bestärkt mich und macht richtig Spaß! Ich wünsche Euch eine glückliche Zeit zuhause und ein spannende nächste Reise.

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