Airplane and Baby

Reisen mit Baby: Die Fakten

Das Reisen mit Baby ist nicht nur eine komplett neue Erfahrung, sondern bringt auch zahlreiche Veränderungen in der Planung, Vorbereitung und im Reisealltag mit sich. Hier sind die relevanten Punkte im Detail:

 

Gepäck

Bezüglich des Gepäcks hat sich gar nicht so viel geändert. Obwohl wir nun für eine (sehr kleine) Person mehr packen mussten, reichten auch diesmal unsere beiden 70 Liter Rucksäcke aus. Mein Rucksack brachte letztendlich 13kg auf die Waage und Heikos 15kg. Dazu hatte jeder von uns noch ein kleines Handgepäckstück dabei. Heiko einen Rucksack und ich eine Handtasche, die großteils mit Babykram gefüllt war (Windeln, Feuchttücher, Ersatzklamotten, Spielzeug).

Im Großen und Ganzen hatten wir nur das Nötigste eingepackt, insbesondere viele alte Klamotten für uns und das Baby, die wir nach dem Tragen vor Ort aussortieren konnten. Nur Schwimmwindeln und Sonnencreme hatte ich definitiv viel zu viel dabei. Da hätte jeweils eine Packung ausgereicht. Meine auf Herz und Nieren getestete Packliste findet Ihr hier.

 

Fliegen mit Baby

Das Fliegen mit Baby war einer meiner Angstpunkte, einerseits da ich selbst Flugangst habe, andererseits weil ich nicht wusste wie Tara auf diese neue Situation reagieren würde. In beiden Punkten war meine Angst jedoch vollkommen unbegründet. Offensichtlich sind wir auch diesmal nicht abgestürzt. Außerdem hat Tara das Fliegen und das damit verbundene Drumherum (Einchecken, Security etc.) überhaupt nichts ausgemacht. Sie war super entspannt. In den Flughäfen fand sie die vielen Lichter und Menschen total faszinierend und beim Fliegen hat sie viel geschlafen. Während Start und Landung habe ich sie meistens gestillt, um ihr den Druckausgleich zu erleichtern. Manchmal hat sie aber auch nur intensiv an ihren Schnuller gesaugt.

Für die Langstreckenflüge mit Etihad (Frankfurt – Abu Dhabi – Kuala Lumpur und zurück) hatten wir jeweils eBaby bassinet ethiadin Babybett vorab bestellt. Das hat auch jedes Mal wunderbar geklappt. Nach dem Start hat die uns betreuende Stewardess das Bettchen vor unsere Sitze in die Wand gehängt, mit Decken ein warmes Nestchen gebaut und ich konnte Tara dort zum Schlafen ablegen. Nachdem sie sich erst mit dem Bettchen anfreunden musste, klappte das nach einer Weile auch wirklich gut. Nur bei Turbulenzen musste ich sie rausnehmen und auf meinem Schoß anschnallen. Doch auch das fand ich nicht unbequem, da wir Sitzplätze mit extra viel Beinfreiheit bekommen haben und uns entspannt ausbreiten konnten.Wir hatten jeweils Nachtflüge gebucht, daher hat Tara sehr gut schlafen können. Nur ich konnte nicht so richtig entspannen, da mich meine Flugangst fast permanent wach gehalten hat.

Insgesamt war der Service an Board sehr gut. Wir haben uns rundum versorgt und betreut gefühlt. Auf dem Hinflug habe ich sogar ungefragt eine große Flasche Wasser bekommen, als eine der Stewardessen sah, dass ich Tara stille. Ein Gläschen mit leckerem Mangobrei haben wir auf Nachfrage bekommen. Da Taras Interesse daran jedoch begrenzt war, wurden dieses zum Großteil von Heiko verschlungen.

Auf den innerasiatischen Flügen mit AirAsia und LaoAir hatten wir diesen Luxus der extremen Beinfreiheit und eines Babybetts natürlich nicht. Trotzdem waren auch diese Flüge entspannt, solange die Maschine nicht ausgebucht war und wir einen freien Sitzplatz zwischen uns hatten, auf dem wir Tara ablegen konnten. Auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Chiang Mai saßen wir jedoch auf einer vollen 3er Bank in einer alten, engen, ausgebuchten Maschine, so dass ich Tara die gesamte Zeit auf dem Schoß halten musste – und das war auf Dauer schon anstrengend. Durch die interessanten Gespräche mit unserem netten Sitznachbar ging aber auch hier die Zeit wie im Flug vorbei.

Baby on airplane

Einen super Erfahrungsbericht über das Fliegen mit Baby mit Emirates im A380 gibt es bei Life Ain’t Over.

 

Übernachtung

Das ist vermutlich der unspektakulärste Punkt von allen, bei dem sich am wenigsten geändert hat. Wir hatten uns jeweils Hotels gesucht die zentral gelegen waren, so dass wir nicht erst weite Anfahrtswege mit dem Baby zurücklegen mussten. Bei der Ausstattung war uns ein großes Doppelbett am Wichtigsten, so dass Tara in der Mitte zwischen uns schlafen konnte.

Baby in hotel - vang vieng

Im Nachhinein würde ich als Pluspunkte aufführen: Ein Holzfußboden, damit ein aktives Baby dort angenehmer krabbeln oder robben kann. Außerdem ist eine Badewanne ein toller Zusatz, wenn man eine kleine Wasserratte hat, die gerne planscht. Wir hatten zwar häufig Hotels mit Pool, da das Wasser dort jedoch nie beheizt war, war es für das Tara viel zu kalt, so dass sie uns nur beim Schwimmen zuschauen durfte.

 

Mobilität

Wir hatten keinen Kinderwagen, Buggy oder ähnliches dabei, sondern ein Didymos Tragetuch für mich (eine leichte Sommervariante mit hohem Seidenanteil) und einen Bondolino für Heiko. Wie sich herausstellte war das genau die richtige Entscheidung, da Bürgersteige entweder nicht existierten, zugestellt waren oder riesige Schlaglöcher hatten. Auch habe ich vor Ort kaum Kinderwagen oder Buggys gesehen. Die meisten Thais und Laoten scheinen ihre Babys ebenfalls im Tuch zu tragen.

Baby backpack Lao style
Tragehilfe fürs Baby in Laos

Mir war der enge Körperkontakt mit Tara trotz der hohen Temperaturen nicht unangenehm und auch Tara schien unsere Ausflüge immer sehr zu genießen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es ihr zu warm war. Nur Heiko war das Tragen tagsüber etwas zu schwitzig, so dass er es dafüBondolinor meist Abends  übernommen hat.

Da wir keinen Maxi Cosi mitgeschleppt hatten, boten die Tragehilfen einen relativ sicheren Halt für das Baby bei Auto- oder Tuktuk-Fahrten. Außerdem konnte ich das Tragetuch im Flugzeug als zusätzliche Decke für das Baby verwenden, da die dünnen Flugzeugdecken gegen die kalte Aircondition nicht wirklich ausreichend waren. Des Weiteren habe ich das Tragetuch unterwegs gerne als weiche Unterlage für Tara benutzt, so dass sie nicht auf dem harten, schmutzigen Boden herumrobben musste. Insgesamt waren Tragetuch und Bondolino somit die idealen Reisebegleiter: Leicht und flexibel einsetzbar und Tara konnte die Welt aus der kuscheligen Sicherheit unserer Nähe erkunden.

Tipp: An einigen Flughäfen, so zum Beispiel in Abu Dhabi, kann man sich kostenlose Buggys ausleihen. Die sind teilweise zwar sehr angeranzt, aber für die langen Wege zwischen den Terminals eine nette Abwechslung.

Tragetuch Didymos

 

Essen

Da ich Tara noch gestillt habe, war sie immer easy versorgt. Ich habe auch in keinem der Länder schlechte Erfahrungen gesammelt, sie in der Öffentlichkeit zu stillen (Flughäfen, Restaurants, Taxis etc.). Ich wurde niemals komisch angeschaut oder gar weggejagt. In Laos wollten zwei junge Mütter sogar unbedingt zuschauen, wie ich Tara stille, um zu sehen ob ich es eventuell anders mache als sie.

Da es teilweise aber wirklich sehr warm war, hatten wir immer ein kleines mit Wasser gefülltes Fläschchen dabei, aus dem Tara unterwegs trinken konnte.

Baby with baby bottle

Aus Interesse haben wir in diversen Supermärkten nachgeschaut, was es dort für Babynahrung gab. Außer Milchpulver in unzähligen Variationen haben wir aber nichts gefunden, also keine Gläschen, Breipulver oder Quetschies wie es sie bei uns gibt.

Für uns war das Essen gehen ebenfalls oft sehr entspannt. Es kam immer wieder vor, dass Tara vom gesamten Personal bespaßt wurde, währenddem wir in Ruhe essen konnten.

lao woman with baby

Tipp: Am Flughafen Kuala Lumpur gibt es sehr schöne, große Wickel- und Stillräume mit Sessel, Bettchen für die Babys und sauberen Wickelplätzen. Die Wickelräume am Flughafen Abu Dhabi sind dagegen eine Katastrophe: Ungemütlich und schmutzig.

 

Sonne

Ich liebe die Wärme, aber ich würde mich nie der prallen Sonne aussetzten. Daher haben wir uns viel im Schatten aufgehalten, trugen in der Sonne immer Hüte und nie extrem kurze Klamotten. Tara war durch das Tragetuch ja sowieso zu einem Großteil bedeckt, so dass ich nur ihre Ärmchen, Beine und den Nacken eincremen musste.

Ich weiß, es gibt Meinungen, wonach das Baby erst nach dem ersten Lebensjahr mit Sonnenschutz eincremen sollte. Da ich selbst aber eine sehr empfindliche Haut habe und eher rot als braun werde, ist mir zuviel Sonnenschutz immer lieber als gar keiner. Vermutlich hatte ich aus dem Grund auch viel zu viel Sonnencreme eingepackt. Eine Tube hätte für das Baby für 4 Wochen vollkommen ausgereicht.

Sonnencreme Auswahl
Die ‘kleine’ Auswahl an Sonnencreme, die ich mitgenommen hatte.

Benutzt hatten wir die Ladival 50+ für Kinder, die ich persönlich aber etwas zu dick und fettig fand. Daher würde ich nächstes Mal eine andere Sonnencreme ausprobieren.

 

Mückenschutz

Neben meiner Flugangst, war ein weiteres großes Angstgefühl der Umgang mit Mückenschutz bezüglich Malaria und Dengue Fieber. Für Tara habe ich in der Apotheke zum Glück eine Mückencreme gefunden, die man für Kinder ab 3 Monaten verwenden kann – Stichfrei Kids von Balistol. Die Creme hat wirklich tolle Dienste geleistet. Sie riecht fast gar nicht, zieht gut ein und fühlt sich auf der Haut angenehm an. Zusätzlich hatte ich eine Packung mit Citronella Aufklebern dabei, die ich ab und zu auf Taras Kleidung, bzw. das Tragetuch geklebt habe. Ich kann aber nicht sagen, ob das irgendwas gebracht hat.

Mückenschutz-Mittel
Sämtliche Mückenschutz-Mittel, die zum Einsatz kamen.

Tara wurde jedenfalls kein einziges Mal gestochen. Vermutlich lag das aber auch daran, dass sie als Baby einfach noch nicht so attraktiv für die Mücken riecht, bzw. dass ich mich als Mückenmagnet direkt neben ihr befand und alle Stechbiester magisch angezogen habe.

Ich wurde, insbesondere in Chiang Mai, von den Mücken arg gequält. Daher habe ich sämtliche Mittel ausprobiert, die ich finden konnte. Ich habe mich mit Citronella-Wolken eingenebelt. Doch das hat gar nichts gebracht, außer das ich den Duft nun definitiv nicht mehr leiden kann. Das Einzige, das bei mir wirklich geholfen hat waren die Mittel mit DEET. Da ich Tara noch gestillt habe und das Baby mit DEET nicht in Kontakt bringen wollte, konnte ich dies jedoch nur sehr partiell und in extremen Notfällen einsetzen. Kurz gesagt: Sämtliche Mücken hatten ein Festmahl auf meine Kosten.

 

 

Windeln

Ich hatte für den Flug und den ersten Tag ca. 15 Windeln mitgenommen. Einen Großteil davon haben wir im Handgepäck verstaut und nur eine kleine Notration in den Rucksäcken.

Vor Ort haben wir dann fast ausschließlich die Höschenwindeln der Marke Mamy Poko verwendet. Die gab es überall zu kaufen: Thailand, Laos und Malaysia. Nach einer kurzen Umgewöhnung waren die für uns auch super im Gebrauch. Sie haben Tara sehr gut gepasst und gut dicht gehalten. Das Anziehen geht viel schneller als mit unseren klassischen Pampers, die man erst selbst zukleben muss. Nur mit dem Ausziehen hatten wir ab und zu unsere Probleme, wenn die Windel sehr, sehr, sehr voll sein sollte. Dann musste Heiko die Windel an der Seite aufreißen, da wir sonst das ganze Baby mit dem Inhalt wieder vollgeschmiert hätten. In Malaysia haben wir außerdem noch die Windeln Wee Wee Dry der Marke Drypers ausprobiert. Auch die haben sehr gut gepasst und dicht gehalten, sind nur etwas dicker als die Pampers.

Mamy Poko Pants

Eine Wickelunterlage hatte ich nicht dabei, was aber daran liegt, dass ich auch zu Hause die Windeln fast nie auf der Wickelunterlage wechsel, sondern den Bodern oder das Bett missbrauche. Zu Schweinereien kommt es dabei nur in den allerseltensten Fällen. Unterwegs habe ich meist das Tragetuch als Unterlage verwendet. In den Hotels musste dann das Bett mit einem Handtuch als Unterlage herhalten.

 

Hast Du noch Fragen? Was sind Deine Erfahrungen? Hast du weitere Anregungen oder Tipps?

3 Gedanken zu „Reisen mit Baby: Die Fakten

  1. Super Artikel! Ich finde es sehr spannend zu lesen, wie ihr die individuellen Hürden mit eurem Baby auf Reisen gemeistert habt und finde auch ein paar Parallelen:
    Ich bin auch ein großer Trage-Fan, solange es noch machbar ist. Zum Glück hören die Kleinen ja irgendwann auf, so krass Gewicht zuzulegen, sonst ginge das Tragen nur noch auf allen Vieren. 😉
    Ob auf dem Kreuzfahrtschiff oder unterwegs, unser Junior war ein Anziehungspunkt. Beim Essen kam es vor, dass sechs Kellner gleichzeitig um ihn herumstanden.
    Zu so exotischen Zielen wie dich hat es mich mit oder ohne Baby zwar noch nicht gezogen, aber durch deine Erzählung bekommt man einen guten Eindruck.
    In meinem Erfahrungsbericht zum Nachtflug mit Emirates habe ich gleich mal hierher verlinkt. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.