Seminyak – Zwischen Genuß & Gewissen

Als letzten Stopp unserer Bali-Reise 2016 hatten wir uns für ca. eine Woche im schicken Seminyak niedergelassen. Wir hatten dort ein schönes, großes AirBnB in Kerobokan gefunden, mit eigenem Pool in einem tropischen Garten.

Airbnb Villa Seminyak

Das Leben in Seminyak ist stark vom Tourismus bestimmt, gleichzeitig ist es jedoch ruhiger als etwa das laute Kuta. Seminyak ist bekannt für seine tollen Restaraunts, Spas, schicke Boutiquen und stylische Clubs. Damit wirkt Seminyak natürlich um einiges oberflächlicher, als zum Beispiel Ubud. Dennoch kann man auch hier an jeder Ecke ein tolles Yogastudio finden und sich von einem vegetarischen Rohkost-Restaurant zum Nächsten futtern.

Shopping Seminyak

Neben all den tollen Restaurants und Shops ist Seminyak vor allen Dingen aber für seinen kilometerlangen perfekten Sandstrand berühmt, mit ebenso perfekten Welle, die eher zum Surfen als zum Schwimmen einladen. Ich finde, es gibt wenige Dinge die entspannter sind, als die Weite des Meers zu genießen, dem regelmäßigen Flow der Wellen zu lauschen und Surfer zu beobachten. So vergingen unsere letzten Tage auf Bali viel zu schnell mit süßem Nichtstun am Meer. Wir haben die meisten Tage direkt in Seminyak am Strand, unterhalb des KuDeTa Clubs verbracht, da wir die Liegen dort sehr bequem und den Strand besonders schön fanden. Außerdem konnten wir so die leise Musik-Beschallung aus dem Club genießen und waren schnell in der Stadt, wenn wir Hunger bekommen sollte.

 

Essen

Watercress – Das Watercress lag um die Ecke unserer AirBnB Villa und war somit unsere erste Anlaufstelle für einen leckeren Salat oder Cocktail. Die Speisekarte ist hier durchweg westlich orientiert, was das Essen aber nicht weniger lecker macht.

Spicy Coconut – In dem kleinen, modern eingerichtetem Café gibt es köstliche Säfte und Smoothiebowls, die ebenso lecker aussehen, wie sie schmecken.

Spicy Coconut Bali

Earth Café – Das Earth Café ist an einen kleinen, aber feinen Bio Supermarkt angeschlossen. Hier gibt es tolle, große Salate, frische Säfte, aber auch vegane Burger, Burritos, Pizza und vieles mehr.

Divine Earth – Das roh-vegane Essen im Divine Earth ist ein Gedicht, so außergewöhnlich von der Zusammenstellung und vom Geschmack. Und die leckeren Kuchen setzen dann nochmal eins drauf. Himmlisch!

Cafe Organic – Das Café Organic ist einer der In-Läden, wenn es um guten Kaffee und Smoothie-Bowls geht. Das führt leider dazu, dass es dort auch dementsprechend voll und hektisch zu geht. Dennoch haben wir immer problemlos einen Platz gefunden und das freundliche Personal hat sich liebevoll um Tara gekümmert, während wir in Ruhe unsere Köstlichkeiten genießen konnten.

Cafe Organic Bali

 

Shoppen

In Seminyak reiht sich eine coole Boutique an die nächste. Mir ist das dann schnell zu viel Angebot und Konsumwahnsinn, so dass ich gar keine Lust mehr zum Shoppen haben. Aus der Masse herausgestochen sind dann aber doch folgende Läden:

Das Bali Boat Shed für tolle Kleidern und Accessoires. Im Kids a gogo findet man super süße Baby- und Kinderklamotten. Im Divine Goddess bekommt man alles was das Yoga Herz begehrt.  Auch den Kayu Aya Sqaure Market finde ich ganz nett, um noch ein paar Souvenirs oder T-Shirts zu shoppen. Ganz furchtbar fand ich dagegen den Shopping-Mall ähnlichen Komplex am Seminyak Sqaure, jedoch kann ich die sehr sauberen Toiletten dort empfehlen.

I Love Bali

 

Über den Tellerrand hinaus…

Nach Seminyak ist Canggu mittlerweile der Hot-Spot für alle Flashpacker, digitale Nomaden und Hippster. Wir verbrachten dort einen Tag am Echo Beach, der wesentlich voller als der Strand in Seminyak war. Das Publikum war hier wesentlich jünger, hipper sowie die Bars und Shops entlang der Straße, die dort überall wie Pilze aus dem Boden schießen. Das führt aber auch dazu, dass an jeder Ecke Baustellen sind, Canggu selbst noch kein richtiges Zentrum hat und man so zwischen Baustellen, brachliegenden Feldern, überfüllten Cafés und vereinzelten Reisfeldern hin und her pendeln muss.

Gleichzeitig kann man gerade in der Gegend um Canggu und Kerobokan sehr deutlich die rasanten Auswirkungen des Bali-Tourismus erkennen. Vor nicht allzu langer Zeit war auch Seminyak ein kleines Dorf zwischen grünen Reisfeldern. Diese sind in rasantem Tempo einer Unmenge an Hotels, Restaurants und Shops gewichen und so wuchsen Kuta, Legian und Seminyak, die durch die gleiche Hauptstraße (die Jalan Legian) verbunden werden, zu einer riesigen Tourismus- und Siedlungsfläche zusammen. Auch in Kerobokan sieht man noch viele Baustellen, die darauf warten fertig gestellt zu werden. Auf dem Weg nach Canggu kommt man dann tatsächlich an einigen idyllischen Reisfeldern und mehr Natur vorbei. Doch auch hier poppen immer mehr Baustellen, Cafés und Surfshops hervor. Man kann der ‚Stadt‘ förmlich beim Wachsen zu sehen. Vermutlich wird in ein paar Jahre, wenn die Bauwut so weiter geht, Canggu einfach nur ein weiterer Stadtteil Kutas sein.

Canggu Bali

Die negativen Auswüchse dieser rasanten Entwicklung lassen sich, wie in Ubud, einerseits an dem komplett überlasteten Straßensystem erkennen. In der Rushhour kommt der Verkehr fast zum Erliegen und man steckt hoffnungslos im Stau fest. Eigentlich wäre man schneller zu Fuß unterwegs, wenn die Atemluft durch all die Abgase nicht so schrecklich verseucht wäre.

Ein weiteres Problem ist, dass sich das Landschaftsbild der Insel enorm verändert hat. Jedes Jahr werden unzählige Hektar Reisfelder in Hotelfächen umgewandelt. Das wiederum führt zu einem enormen Wasserverbrauch, obwohl auf Bali sowieso schon Wasserknappheit herrscht.  Das Zimmer eines 4-Sterne Hotel verbraucht ca. 300 Liter Frischwasser pro Tag. Damit benötigt die Tourismusbranche ca. 65% des auf der Insel verfügbaren Frischwassers. Das bedeutet, dass einerseits Landwirtschaftliche Flächen wegfallen und andererseits die Wasserressourcen für die noch bestehenden Reisfelder knapper werden.

Campuan Walk Ubud

Ein weiteres großes Thema ist das Müllproblem: Viele Touristen produzieren auch viel Müll. Dazu kommt, dass es in Bali kaum Mülltrennung gibt und nur ein Bruchteil des Mülls recycelt wird. Letztendlich wandert damit ein Teil des Mülls ins Meer, was man auch an den Stränden in Seminyak oder Canggu sieht, so dass man hier stellenweise das Gefühl hat eher durch Plastik als durch Wasser zu schwimmen. Ich war über den Grad der Verschmutzung des Meeres so schockiert, dass ich seitdem meinen Plastikkonsum radikal reduziert habe.

Wenn Du also unbedingt in das wunderschöne Bali reisen möchtest, dann versuche bitte Plastik zu vermeiden. Das bedeutet unter anderem: Auf Strohhalme und Kaffekapseln zu verzichten, wiederbefüllbare Trinkflaschen zu verwenden (es gibt in vielen Restaurants bereits Stationen, an denen man seine Flasche wieder auffüllen kann) und statt Plastikbeutel beim Einkaufen Tragetaschen mitzubringen.

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