Tel Aviv Beach

Shalom, Israel! Tel Aviv mit Kind

Ein- und Ausreise sowie generelle Fragen

Wir waren im Mai 2018 mit unserer knapp 3 Jahre alten Tochter in Israel. Geplant war, dass wir einige Tage in Tel Aviv verbringen würden, um dann für zwei Tage Jerusalem und das Totem Meer zu erkunden, um zum Abschluss der Reise noch einmal in Tel Aviv zu entspannen.

Im Vorfeld unserer Reise hörte ich von Bekannten, die teilweise über drei Stunden bei der An- und Ausreise befragt wurden und extrem detaillierte Checks ihres Gepäcks erlebten. Aufgrund dieser erhöhten Sicherheitschecks wird offiziell geraten mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Also haben wir diesen Rat befolgt und hingen letztendlich stundenlang am Flughafen rum, verbrachten die Zeit mit Kaffee trinken, Stofftier kaufen und durch die Flughafengänge zu schlendern. Das Gate wurde nämlich erst eine Stunde vor Abflug geöffnet und auch der Security Check selbst war nicht ausgeprägter als bei anderen Reisen, also innerhalb von 5 Minuten vorbei. Wir sind mit Lufthansa geflogen, ich habe jedoch gehört, dass die Kontrollen wesentlich intensiver sein sollen wenn man dagegen mit ELAL fliegt.

Auch die Abreise von Tel Aviv verlief vollkommen reibungslos und zügig, so dass Tara noch viel Zeit hatte im großen Spielzeugladen in der Abflughalle zu stöbern. Des Weiteren war es auch kein Problem am Samstag, dem Sabbat, ein Taxi zum Flughafen zu bekommen. Auf die öffentlichen Verkehrsmittel muss man an diesem Tag jedoch verzichten.

Juice

 

 

Tel Aviv

Tel Aviv ist mit über 400.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Israels und das pulsierende, wirtschaftliche Zentrum des Landes. Über 3 Millionen Menschen leben in der Region um Tel Aviv, was fast 50% der gesamt Bevölkerung ausmacht. Diese Masse an Menschen spürt man im Stadtzentrum selbst aber nur am sich ballenden Verkehr in der Rush-Hour, ansonsten wirkt die gesamte Stadt sehr entspannt und in den älteren Vierteln sogar beschaulich, ruhig.

Tel Aviv Skyline

Übernachten

Unser erstes Hotel war das Lusky, ein nettes, kleines Hotel, das nur 5-Gehminuten vom Bograshov Beach entfernt liegt. Ich muss gestehen, dass ich zuerst etwas enttäuscht war, als ich das Hotel und das Zimmer sah, da die Fotos aus dem Internet das Hotel wesentlich hipper und glamouröser wirken lassen. Dazu muss ich außerdem sagen, dass die Zimmerpreise in Tel Aviv (für jemanden der oft nach Asien reist) extrem hoch sind und ich allein aufgrund des Preises etwas mehr erwartet hatte. Insgesamt war das Hotel aber vollkommen in Ordnung: Das Zimmer war sehr sauber, es gibt eine Dachterrasse mit Meerblick und in der Lobby stehen zu jederzeit Kaffee, Obst und Süßes zur Verfügung sowie ein Wasserspender, an dem wir unsere Flaschen mit Trinkwasser auffüllen konnten.

Unser zweites Hotel, das wir zum Abschluss unserer Reise in Tel Aviv gebucht hatten, war das Dizengoff Avenue Boutique Hotel mit einer wirklich schönen Lobby und modernen, großen Zimmern. Abends gab es außerdem, wie in vielen israelischen Hotels, in der Lobby kostenfrei Wein und Snacks. Aufgrund der Lage, direkt an der Dizengoff Avenue, war es in unserem Zimmer jedoch ziemlich laut und der Weg zum Meer natürlich etwas weiter. Beide Hotels hatten übrigens Küchenzeilen, so dass wir Tara, die sich Anfangs mit Humus und Falafel noch nicht anfreunden wollte, Nudeln kochen konnten.

Tel Aviv Rooftop

 

Tel Aviv erleben

Die Hauptattraktion in Tel Aviv ist sicherlich der wunderschöne, saubere Sandstrand sowie die moderne, kilometerlange Strandpromenade. Dazu kommt, dass der Strand für Reisende mit Kleinkindern perfekt ist. Das Wasser ist in Strandnähe sehr flach, so dass ich mir keine Sorgen machen musste, wenn Tara alleine im Wasser plantschte. Außerdem gibt es fast an jedem Strandabschnitt einen Spielplatz, Duschen, Toiletten und Wasserspender – wobei der Spielplatz am Bograshov Beach besonders groß und schön ist. Für die Erwachsenen gibt es entsprechend Fitnessgeräte, bzw. bei Gordon Beach sogar ein richtiges Outdoor Gym.

Auch sehr praktisch ist das Liegenleihsystem. An jedem Strandabschnitt gibt es Automaten über die man sich Liegen, Strandstühle und Sonnenschirme mieten kann. Ein Liegestuhl kostet 12 Shekel pro Tag, ein Sonnenschirm 6 Shekel und ein Strandstuhl ebenfalls 6 Shekel. Auch sehr bequem ist das kostenfreie WiFi Netz, das in ganz Tel Aviv (und stellenweise auch am Strand) verfügbar ist sowie Boxen mit Strandspielzeug, das man sich kostenlos leihen kann.

Vitam Sea Tel Aviv

 

Natürlich bietet Tel Aviv neben dem traumhaften Stand, aber noch zahlreiche, weitere Highlights: Zum Shoppen, Schlendern und Flanieren bieten sich der prächtige Rothschild-Boulevard und die geschäftige Dizengoff Avenue an, auch Bars, Restaurants und Cafés findet man hier ohne Ende. Besonders ins Auge gestochen sind mir dort folgende Shops:

Story am Dizengoff Platz bietet im Urban Outfitters Look eine hippe Auswahl an Klamotten und Krimskrams.

Bei Karlitos Baby findet man ausgefallene Kinderbekleidung und auch Spielzeug.

Sugar & Spiece bietet lässige Klamotten made in Tel Aviv. Bei den coolen Yoga Shirts im Partnerlook für Mama und Tochter musste ich natürlich direkt zuschlagen.

Die Dizengoff Avenue ist auch Ausgangspunkt für Touren durch die vom Bauhaus-Stil geprägten Straßenzüge, die auch als „weiße Stadt“ bezeichnet werden und seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Carmel Market

Auch sollte man sich auf jeden Fall über den Carmel Markt (Shuk HaCarmel) treiben lassen. Der Carmel Markt ist das wilde, laute Herz Tel Avivs. Hier gibt es wirklich alles zu kaufen: Spielzeug, Souvenirs, zu T-Shirts und natürlich alle erdenkliche Gewürze, frische Früchte, Gemüse und Säfte. Um den Markt herum befinden sich außerdem zahlreiche kleine Stände, Cafés und Restaurants in denen man gutes und auch günstiges Essen bekommt.

Neben dem Carmel Markt gibt es noch eine Handvoll weiterer Märkte wie der moderne, überdachte Sarona Markt, der mit Gourmet Essen lockt oder der kleine, aber feine Shuk HaNamal. Der Markt befindet sich auf einem Gelände alter Lagerhallen am neuen Hafen. Ich fand das gesamte Areal aber recht künstlich und leblos.

 

Ein weiteres unbedingtes Muss ist eine Radtour an der Strandpromenade entlang nach Jaffa. Das kann man sehr günstig mit einem der grünenJaffa Hill Tel-O-Fun Citybikes machen, die es überall in der Stadt zu leihen gibt. Das Rad kann man dann an jeder beliebigen Station wieder abstellen. Wenn du dir ein E-Bike leihen möchtest oder wie wir einen Kindersitz fürs Rad benötigst, gibt es in der Stadt auch zahlreiche Radverleiher. Wir hatten unsere Räder bei Pole Position gemietet und waren damit relativ zufrieden.

Ich hatte vorab irgendwo gelesen, dass Tel Aviv eine hügellose Stadt sei, was kompletter Schwachsinn ist. Insbesondere die Viertel um Jaffa herum sind hügeliger als einem das ohne E-Bike lieb ist. Aber dennoch bietet sich die Stadt super zum Radfahren an. Insbesondere die Strecke entlang der langen Strandpromenade, durch den Charles Clore Park, ist ein Traum.

Jaffa selbst ist der arabisch geprägte Ursprung der Stadt Tel Aviv-Yaffo (so der offizielle Name). Jaffa existierte bereits in der Antike und wurde 1950 mit dem ehemaligen Vorort Tel Aviv vereint. Die Geschichte und das Alter dieses Stadtteils spürt man auch sofort, wenn man durch die engen Gassen der Altstadt mit den basarähnlichen Geschäften und vielen Restaurants schlendert. Der antike Hafen erstrahlt im schicken, renovierten Glanz. Von dort kann man in einigen Minuten den steilen Berg hinauf zur Sankt Peters Kirche fahren und die grandiose Aussicht über Tel Aviv genießen.

StreetArt Tel Aviv

Im hippen Florentin Viertel kann man farbenprächtige Street Art und Graffitis bestaunen oder in ein coolen Bar mit den Locals abhängen.

 

Essen

Allein wegen des köstlichen Essens würde ich, ohne mit der Wimper zu zucken, jederzeit wieder nach Tel Aviv reisen. Das Essen ist auch der eigentliche Star der Stadt, denn nicht nur die Frische und Qualität des Essens haben uns begeistert, auch der Service war durchweg unglaublich freundlich und hilfsbereit.

Hier also in ungeordneter Reihenfolge unsere Highlights:

Das Café Xoho (L. Gordon St 17) ist ein super gemütliches, hippes Café mit zahlreichen vegetarisch / veganen Gerichten auf der Karte, das sich nur 5 Minuten fußläufig vom Strand entfernt befindet. Wir waren dort zweimal Frühstücken. Insbesondere das warme Bananenbrot und die Pfannkuchen hatten es uns angetan. Dazu einen Iced Latte … mh! Für Kinder gibt es eine Extrakarte mit einer kleineren Auswahl der regulären Gerichte, die insgesamt etwas günstiger sind, jedoch die normale Größe haben. Tara hat den Bagel mit Frischkäse und Gurke geliebt.

Anastasia (Frishman St 54) bietet eine umwerfende Auswahl an veganen, großteils rohen Gerichten in einer wunderschönen Location. Nur wenige Meter von der geschäftigen Dizengoff Avenue entfernt, sitzt man in einer ruhigen Seitenstraße auf einer großen Terrasse. Wenn mein Magen es zugelassen hätte, hätte ich mich sicherlich durch die gesamte Karte gefuttert. Der vegane Käse, die selbstgemachten Dips und Brote sowie der vegane Frappé: Ein Traum!

Hummus

 

Gargar HaZahav (Levinsky 30) liegt in der hippen Levinskystrasse und ist ein kleiner, lauter Laden mit göttlichen Humus, geröstetem Blumenkohl und anderen israelischen Spezialitäten. Dazu gibt es leckere selbstgemachte Limonade.Das direkt gegenüberliegende Café Levinsky ist ebenfalls empfehlenswert, bzw. finden sich in der gesamten Straße unzähligen Spezialitätenläden mit Wein, Gewürzen, Käse und tausend anderen Leckereien.

 

Humusim (Lilienblum St 21) auf der Lilienbloom Strasse ist ebenfalls eine super Anlaufstelle für köstlichen Humus und Falafel. Die selbstgemachte Limonade ist hier ebenfalls top. Direkt um die Ecke, in der Herzlstrasse, befindet sich auch ein sehr guter Saftstand.

Wesentlich zentraler, direkt an der Dizengoff Avenue, liegt Hummus Kiki, mit einer kleinen, aber feinen Karte sowie täglich wechselnden Gerichten.

Tel Aviv Food

Wer von Humus und Co eine Abwechslung braucht, der ist bei der Burger Bar 39 (Ben Yehuda St 43) richtig aufgehoben, nur 5 Minuten vom Strand entfernt werden die riesigen (auch vegetarischen Burger) hier im Minutentakt über die Theke gereicht. Dazu ein frisch gezapftes Bier. Was will man mehr?

Das Nahat Café (Dizengoff Square 1) ist eine super Anlaufstelle für Kaffeeliebhaber, die hier auch am Sabbat glücklich gemacht werden. Zusätzlich gibt es eine schöne Auswahl an Sandwiches und Kuchen. Insgesamt eine uneingeschränkte Empfehlung.

 

Die tägliche Dosis Eis darf bei den Temperaturen in Tel Aviv natürlich auch nicht fehlen:

Bei Tamara Frozen Yoguhrt (Ben Yehuda St 96) gibt es leckere Ice Pops und wie der Name schon sagt natürlich auch leckeren Frozen Yoguhrt (auf Basis von Kokusnuseis, also vegan) mit einer großartigen Auswahl an Toppings.

Wer Lust auf ein Eis-Sandwich hat, also zwei frischgebackene Kekse mit deiner Lieblingseissorte dazwischen, der ist bei Cookeez an der richtigen Adresse. Über die Stadt verteilt findet man mehrere Filialen dieser Kette.

Bei Leggenda (Dizengoff St 94) gibt es vielen ausgefallene Sorten, so unter anderem Bubble Gum Flavour.

 

Erfahren hier, was wir in Jerusalem und am Toten Meer erlebt haben und welche Tipps ich für dich habe. 

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