Silent Faces

Yogyakarta. Borobudur. Prambanan.

Yogyakarta, oder kurz Yoyga, gilt aufgrund der zahlreichen historischen Bauten, der Universität und nicht zuletzt der unzähligen Batik-Galerien als das kulturelle Zentrum Javas. Mit mehr als 510.000 Einwohnern zählt Yogyakarta zu einer der größten Städte Indonesiens. Dennoch vermittelt das Zentrum Yoygas einen fast rustikal, gemütlichen Charme und lässt sich sehr gut zu Fuß oder mit dem traditionellen Becak (Fahrradrikscha) erkunden. Die Größe der Stadt wird einem erst bewusst, wenn es darum geht hinaus oder hinein zu kommen, bzw. an einen Ort zu gelangen der nicht unmittelbar innerhalb des Zentrums liegt. Insbesondere in der Rush Hour sind die Straßen hoffnungslos verstopft und man kann für eine Strecke von 20 Kilometern gut mit einer Stunde Fahrtzeit rechnen.

Sunset in Yogya

Nach Yogyakarta sind wir über Kuala Lumpur im Rahmen unserer Asien-Reise 2014 geflogen. Der Flughafen ist klein, alt und ein bisschen chaotisch. Ein ATM und Taxifahrer (ca. 70.000 – 80.000 IDR) für die Fahrt in die Innenstadt sind jedoch schnell gefunden.

 

Erleben

Jalan Maliboro und Batik-Madness

Die Jalan Maliboro ist die Haupt-Shopping-Straße in Yogya. Für Yogyakarta bedeutet das, dass sich ein Geschäft mit Batik Hemden, Batik Kleidern, Batik T-Shirts, Batik Röcken usw. an das Andere reiht. Ich muss ganz ehrlich gestehen, mich hat diese Flut an gebatikten Textilien im ersten, zweiten und auch dritten Moment einfach nur erschlagen. Das war alles viel zu viel! Ich konnte mir auch gar nicht vorstellen, wer das alles kaufen, geschweige denn tragen sollte.

Aber kennt ihr das? Sobald man dem wahnsinnigen Überfluss an einer bestimmten Sache nicht mehr ausgesetzt ist, vermisst man diese – und so habe ich mich im Nachhinein, für einen Moment, tatsächlich geärgert, dass ich mir, außer einem schönen Batik Rock auf dem Pasar Beringharjo, nicht doch ein komplettes Batik-Outfit gekauft habe. Nun ja…

Außer Batik-Textilien sieht man auf der Jalan Maliboro viele Becak Fahrer, Pferdekutschen und kann hier wunderbar unkompliziert eine Tour zum Merapi, Borobudur und Prambanan organisieren.

Becak Yogya

 

Kraton

Als eine DER Sehenswürdigkeiten Yogyakartas gilt der Sultanspalast, Kraton. Der Bau des recht unübersichtlichen Gebäudekomplexes, der heute teilweise noch immer von der Sultansfamilie bewohnt wird, wurde 1755 begonnen.

Von der Jalan Maliboro aus gelangt man in einem kurzen Spaziergang, vorbei am Pasar Beringharjo und der Vredeburg über den Alun-Alun, zum Kraton. Leider fehlen im Inneren des Kraton und an den einzelnen Exponaten Erklärungen jeglicher Art, so dass wir recht verloren durch die Anlage stolperten. Vermutlich hätten wir uns einen Guide nehmen sollen, denn so habe ich, außer einem sehr unterhaltsamen Spaziergang, leider keine wirklich informativen Eindrücke mitnehmen können. Schade!

Street Art Yogya

Market Yogya

 

Borobudur

Der Mega-Tempel Borobudur liegt ca. 25. Kilometer von Yogyakarta entfernt und ist eines der größten buddhistischen Bauwerke der Welt. Die Anlage wurde zwischen 750 und 850 erbaut und – nachdem sie lange Zeit in Vergessenheit geraten und von Vulkan-Asche und Dschungel begraben war – erst im Jahr 1814 wiederentdeckt und im Laufe von Jahrzehnten aufwendig restauriert.

Die Fahrtdauer von Yogyakarta ist je nach Verkehrslage unterschiedlich, zwischen 40 – 90 Minuten, insgesamt aber sehr kurzweilig, da es unterwegs genügend zu sehen gibt. Auf der Hinfahrt besuchte wir zum Beispiel den Candi Mendut und ein sehr schönes buddhistisches Kloster, das sich direkt daneben befindet.

Der Borobudur selbst erinnert, wenn man sich der Anlage nähert, mal an eine breite Pyramide, mal an einen riesigen, quadratischen Steinhügel. Sobald man jedoch die Galerien der insgesamt 9 Stockwerke betritt wird man in den Bann einer anderen Welt gezogen. Auf den über 5 km langen Flachreliefs, der sich nach oben hin verjungenden Galerien, wird in unglaublich detailreichen und ausdrucksstarken Bildern die Lebensgeschichte des Buddha erzählt.

Borobodur Jump

Da der Borobodur nach buddhistischer Philosophie das Universum und den Lauf des Lebens widerspiegelt, werden die oberen 3 Stockwerke nicht mehr von Galerien gesäumt, sondern stellen die “Sphäre der Formlosigkeit” dar und ermöglichen so einen spektakulären Blick auf die wunderbare Landschaft der Kedu-Ebene. Dort befinden sich 72 Stupas, in denen jeweils eine Buddhafigur sitzt.

Wir waren am späten Nachmittag dort und verbrachten über eine Stunde auf den oberen Galerien, genossen die Aussicht und den nahenden Sonnenuntergang. Ein weiteres Highlight waren die extrem interessierten und freundlichen Gespräche mit den überwiegend indonesischen Besuchern, die uns für ein ebenso spannendes Fotomotiv hielten, wie die Umgebung.

Fazit: Unbedingt genügend Zeit, Ruhe und liebe fürs Detail mitbringen, dann erschließt sich einem der Borobudur als ein wunderschöner, meditativ friedlicher, fast magischer Ort.

Borobodur

Buddha Borobodur

 

Prambanan

Der Prambanan ist ein hinduistischer Tempelkomplex, der aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts stammt und mehrfach von Erdbeben zerstört wurde. Das sieht man besonders deutlich an der zur Anlage gehörenden, buddhistischen Tempelgruppe Candi Sewu. Dort erheben sich, zwischen einem riesigem Feld aus lose herumliegenden Gesteinsbrocken, immer wieder schön erhaltene Statuen und kleine Tempel.

Insgesamt sollte man Prambanan vielleicht zuerst besichtigen, da die Anlage gegen die erhabene Schönheit des Borobudur leider etwas verblasst. Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein kleiner Zoo mit Rehen und Vögeln.

Prambanam

 

Merapi

Da wir den Prambanan morgens besichtigten, hatten wir am frühen Nachmittag noch spontan  für einen Abstecher zum Gungung Merapi (Feuerberg) Zeit. Der Merapi ist ein hochaktiver und sehr unberechenbarer Stratovulkan und daher zu Recht einer der bestbeobachteten Vulkane Indonesiens. Kleinere Eruptionen finden alle paar Jahre statt. Der letzte größere Ausbruch ereignete sich im Jahr 2010.

Die Folgen der Ausbrüche kann man im Rahmen einer Jeeptour bestaunen, die es in unterschiedlichen Längen gibt. Dort wird man in alten, offenen Jeeps durch die von Vulkanasche und Geröll verwüstet Landschaft gefahren, kann ein zerstörtes Dorf besichtigen und wird dabei selbst ordentlich zugestaubt. Wir haben uns für die 1,5h Variante für 350.000 IDR pro Person entschieden und das war – so schrecklich und bedrohlich der Vulkan auch sein kann – wirklich ein Wahnsinnsspaß!

Merapi Volcano

 

Volcano Tour

 

Essen und Trinken

DonutsIn Yoyga gibt es eine riesige Auswahl an Restaurants und Warungs. Mein kulinarisches Highlight war jedoch eindeutig der täglich Avocado Latte und Greentea Donut bei J.Co in der Maliboro Mall. Einfach abartig, ungesund und lecker!

 

Für einen abendlichen Drink und zum Chillen war  die Skybar unseres Hotels, des Ibis Styles, der beste Ort. Aufgrund der insgesamt sehr niedrigen Bauweise in Yoyga, hat man von dort einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt bis hin zum Merapi. Während der Happy Hour lässt sich so gut der eine oder andere Drinks genießen, der uns an einem Abend sogar durch eine tolle Live Band versüßt wurde.

 

Übernachten

Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, war das Ibis Styles Yogyakarta wirklich eine tolle Wahl. Das Hotel liegt in einer Seitenstraße zur Jalan Maliboro und wirkt relativ neu. Dementsprechend sind die Zimmer auch modern, sauber und recht geräumig. Das Frühstück hat mich, was Auswahl und Frische angeht, leider nicht überzeugen können, aber dafür die Dachterrasse mit Pool umso mehr. Besonders nach der staubintensiven Tour zum Merapi war es wirklich eine Wohltat sich im Pool über den Dächern Yogyas zu erfrischen.

Rooftop Yogya

 

Warst Du auch schon mal in Yogyakarta? Wie hat es Dir gefallen? Welche Tipps hast Du? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

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